Der Kiss & Go Parkplatz

KissandgoJetzt sagt nicht, dass Ihr kein Bild vor eurem inneren Auge habt und so ganz neugierig auf diesen Artikel geklickt habt.

Wer sich unter der Überschrift jetzt Romantisches a la Speeddating oder Verkehrstinder vorgestellt hat, den muss ich leider enttäuschen. Den der Kiss & Go Parkplatz ist alles andere als romantisch und nun seit gut 6 Wochen mein personalisierter morgendlicher Albtraum.

Die Idee hinter diesem Parkplatz ist eigentlich klasse, nur funktioniert sie leider nicht. Aber jetzt von Anfang, für alle die noch immer nicht wissen wovon ich hier eigentlich rede.

Die Kiss & Go Parkplätze sind Parkplätze in nächster Nähe unserer Grundschule. Das Konzept sieht vor das die Eltern kurz anhalten, ihrem Kind aus dem Auto helfen und es dann (wenn Kind noch will 😉 ) mit einem Kuss in den Schultag verabschieden. Um dann diesen Platz für die nächsten Eltern und ihre Sprösslinge zu räumen. Klingt nach einer Aktion von unter 60sek oder?

Leider verstehen einige Eltern unter Kiss & Go das Mutter oder in diesem Fall irgendwie öfters die Väter noch so lange neben dem Auto stehen und hollywoodreif winken bis das Kind die restlichen 20 Meter bis ins Schulhaus zurück gelegt hat. Die Profieltern unter den Konzeptverweigerern begleiten das Kind mindestens bis hinter die Schulhaustür bzw. packen wahrscheinlich noch gemeinsam die Pausenbrote aus. *IRONIE AUS* Dann noch seelenruhig dem ein oder anderen Elternteil was weiter weg geparkt hat und seinen Sprössling zu Fuß zur Schule geleitet einen „Guten Morgen“ wünscht oder direkt gemütlich aus dem Auto heraus ein Schwätzchen hält. Das ist der Augenblick in dem ich im Auto platzen möchte. Die schmale Einbahnstraße ist verstopft, die Uhr läuft gegen uns und ich verdamme meine Entscheidung, nicht doch auf dem etwas entfernten Superparkplatz mein Auto abgestellt zu haben. Wofür man dann natürlich ein Knöllchen kassiert, wenn man Pech hat.

Aber diese Situation ist kein Einzelfall vor Deutschlands Schulen. Denn kurz vor Schulbeginn bricht selbst in den ruhigsten Seitenstraßen das absolute Verkehrschaos aus. Schuld sind wir Eltern leider selbst, weil wir unsere Kinder umbedingt zu Schule fahren müssen/ wollen – wie auch immer. Gute Gründe dafür gibt es ja genug.

KissandrideGlaubt man den Experten, die einen allein absolvierten Schulweg befürworten, so befürchtet man dass es chauffierten Kindern an Bewegung, sozialen Kontakten und später an Konzentrationsfähigkeit in der Schule mangele. Des weiteren nimmt man den Kindern die Erfahrung, sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen und selbstständig zu werden. Irgendwie haben wir es ja auch als Erstklässler allein hin bekommen.

Morgen am 22.9 ist übrigens der „Zu-Fuß-zur-Schule-Tag“ – vielleicht nehmen wir das zum Anlass einfach ein weniger weiter weg zu parken und gemütlich zusammen zur Schule zu laufen. Vielleicht ist das ja gar nicht so schlimm und es wird ein kleines Morgenritual bis mein 1. Klässler es sich dann allein zutraut.

Alles Liebe
Katharina

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